StarCraft II – Warum eigentlich?
Waaah, steinigt Blizzard! Steinigt sie, die alten, geldgierigen Nestbeschmutzer! Da entwickeln sie nach mehr als zehn Jahren endlich einen Nachfolger zum allseits beliebten StarCraft und dann kommt das Ding auch noch in drei Teile heraus! Die wollen doch nur Geld!
Jup.
Und darum ist das Spiel auch so verdammt gut. Zugegeben, ich habe StarCraft II – Wings of Liberty noch nicht durchgespielt. Ach, seien wir mal ehrlich: Ich habe derzeit vielleicht knapp drei Stunden in der Einzelspielerkampagne verbracht, null Stunden im Battle.net. Ich habe also absolut keine Ahnung, ob das Spiel auf lange Sicht motiviert, ob die Geschichte total bescheuert endet (bitte nicht spoilern, okay?) oder ob die Missionen irgendwann mal so ausgelutscht wie Paris Hilton werden.
Es ist mir aber auch absolut egal.
Wichtig ist vielmehr: Selten hat mich ein Spiel innerhalb von zwei Stunden so gefesselt. Selten habe ich so viel Spaß innerhalb kürzester Zeit gehabt. Und woran liegt das? Ich weiß nicht, ob das Spiel perfekt ausbalanciert ist – wahrscheinlich nicht – aber es fühlt sich so an. Und damit meine ich nicht die Einheiten, die mal wieder enorm cool rüberkommen. Ich meine das Verhältnis von Geschichte und Gameplay. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein riesiger Wing Commander-Fan bin. Dementsprechend bin ich ziemlich zwischensequenzresisztent. Viele Filme, wenig Spiel? Super, immer her damit. Vorausgesetzt, das bisschen Spiel macht Spaß und die Geschichte wird toll erzählt.
Und das wird sie.
Hallo? Ich meine, Blizzard war schon immer bekannt für außergewöhnliche Rendersequenzen. Aber wie die StarCraft II-Sequenzen aufgebaut sind, wie sie designt wurden: Das alles wurde verdammt gut umgesetzt. Auch die Charaktere und Dialoge sind interessant. Und am Ende stehen ja immer noch diese drei total tollen Rassen. Politik, Religion, Biologie. Was sich so ein bisschen wie Abitur-Vorbereitung anhört, ist hier absolut episch. Vergesst Elfen, Orks und eine heruntergekommene Welt. Hier geht es um das ganze Universum. DAS ist Epik. Daher kann ich auch nicht so viel mit WarCraft oder Ähnlichem anfangen.
Und dann gibt es da zwischen jeder Mission Dialoge, Dialoge, Dialoge. Toll! Und ich kann diese auch noch selbst triggern. Habe ich keine Lust, mache ich einfach weiter. So gehört sich das. Und so gehört sich das vor allem schon seit 1994. Eigentlich ist es enttäuschend, dass es seitdem nur wenige Spiele gab, die diese Formel erfolgreich umsetzen konnten. Dabei ist sie so simpel: Macht Spaß!
Vielleicht ist es aber auch einfach nur der Name?
Jetzt ärgere ich mich allerdings ein wenig, dass ich meinen stärkeren Rechner vor ein paar Monaten verkauft habe und nur noch mit einem schrecklich lahmen Notebook spielen muss. Mag mir jemand einen Rechner spenden?
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von server-restart gepostet
